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Was sagt die Bibel zum Thema Ehe?

Was sagt die Bibel zum Thema Ehe? - Bibel, Ehe, Ruth, Beziehung Laut Umfragen glauben mehr als 70% der über 18-jährigen an die Liebe fürs Leben und von den 64% der Deutschen, die sich in einer Beziehung befinden, ist mehr als die Hälfte verheiratet. Wenn man der Ehe den Stellenwert in der Gesellschaft absprechen mag, tut man ihr demnach Unrecht. Und auch die Bibel räumt der Ehe, dem gesegneten Zusammenleben von zwei Menschen, einen hohen Wert ein:

Sprüche 18,22: Wer eine Ehefrau gefunden hat, der hat etwas Gutes gefunden und Wohlgefallen erlangt vom HERRN.

Doch wie lang sollte man sich kennenlernen, bevor man eine Beziehung beginnt? Gibt es Richtlinien, wie weit man körperlich vor der Eheschließung gehen darf? Eine gemeinsame Wohnung – schon vor oder erst nach der Hochzeit? Gibt es überhaupt einen ideal biblischen Verlauf einer Liebesbeziehung?

Die Richtung weist uns 1. Mose 2, 24: Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein ein Fleisch.

In der patriarchal geprägten Gesellschaft des Alten Testaments wurden oftmals weitaus ältere Männer mit sehr jungen Frauen verheiratet. Von der gelebten Polygamie abgesehen berichtet der Kulturkreis auch oft von einer Entscheidung der Bräutigame für die Braut (1. Mose 24, 65-67; Ester 2,17) oder arrangierten Ehen (1. Mose 34; 2. Mose 3, 21; Josua 15,17). Oft hatte die Frau also wenig Wahlmöglichkeit – diese Situation hat sich glücklicherweise in vielen Kulturen geändert.

Die Fragen müssen deshalb also umformuliert werden: Was können uns diese Texte, die vor sehr langer Zeit geschrieben wurden, noch heute Neues über Beziehungen sagen? Aus diesem Grund werden wir im Rahmen einer zweiteiligen Beitragsreihe Geschichten aus der Bibel ansehen und Aussagen herausarbeiten.

Das Kennenlernen
Die Bibel hält sich meistens sehr bedeckt, wenn es um das Kennenlernen vor der Ehe geht. Oftmals wird dieses nicht sehr ausführlich behandelt. Etwas mehr erfahren wir aber im Buch Ruth. Dieses ist zu großen Teilen aus der Perspektive Ruths geschrieben und liest sich wie eine Kurzgeschichte. Die Umstände der Geschichte sind tragisch:
Noomi heiratet einen Israeliten und zeugt Söhne mit ihm. Wegen einer Hungersnot verlassen sie Israel und lassen sich in Moab, östlich des Toten Meers, nieder. Dort finden die Söhne moabitische Frauen, unter ihnen auch Ruth. Nachdem die Söhne und ihr Vater gestorben sind, bleiben Ruth und ihre Schwiegermutter Noomi übrig. Da es in Israel wieder eine gute Ernte gibt, ziehen sie zurück in Noomis altes Heimatland. Mittellos geht Ruth auf die Felder, um das Getreide aufzulesen, das die Erntearbeiter übriggelassen haben. Hier setzt die Geschichte ein:

Boas, der gerade aufs Feld gekommen war, erkundigte sich bei dem Mann, der die Arbeiter beaufsichtigte: „Zu wem gehört diese junge Frau da?“ […] Da sagte Boas zu Ruth: „Ich mache dir einen Vorschlag: Du brauchst nicht auf ein anderes Feld zum Ährenlesen zu gehen; bleib hier bei meinen Mägden, die die Garben binden! Sammle immer dort, wo die Arbeiter gerade das Korn abmähen. Ich habe ihnen verboten, dich zu belästigen. Wenn du Durst hast, dann geh ruhig zu den Krügen dort und trink von dem Wasser, das meine Männer geschöpft haben!“

Boas geht sehr gut mit Ruth um. Obwohl sie eine Fremde (und Unerwünschte) im Land ist, gibt er ihr das, was sie braucht.
Über das eigentliche Problem sprechen sie erst einige Zeit später: Ruth braucht einen Mann, damit sie einen Sohn bekommen kann, der dann als Erbe Anspruch auf die Ländereien der Familie hat und Noomi versorgen kann. Aus diesem Grund begibt sich Ruth in einer Nacht- und Nebelaktion zu Boas Schlaflager und legt sich zu seinen Füßen hin.
Um Mitternacht fuhr Boas aus dem Schlaf hoch. Er beugte sich vor und entdeckte eine Frau, die zu seinen Füßen lag. „Wer bist du?“, fragte er erstaunt. „Ich bin Ruth“, antwortete sie. „Ich habe eine Bitte: Als naher Verwandter von mir bist du doch dafür verantwortlich, mir in meiner Not zu helfen. Breite den Saum deines Gewandes über mich aus als Zeichen dafür, dass du mich heiraten und versorgen wirst.“

Boas reagiert überrascht, versichert ihr dann aber, dass er sie heiraten wird, wenn ihr nächster Verwandter nicht will. Nachdem dieser tatsächlich abgelehnt hat, heiraten Boas und Ruth und werden zu den Großeltern König Davids. Und so endet auch das Buch Ruth.

Was können wir heute noch aus dem Text lernen?
Während des Lesens sind mir einige Punkte neu bewusstgeworden:
  • Boas lässt sich Zeit, um ihre Hand anzuhalten: Sie verbringen mehrere Monate zusammen auf den Feldern.
  • Boas zeigt Ruth seine Zuneigung: Er behandelt sie nicht schlecht oder wie ein Objekt, obwohl sie aus einer anderen Region kommt. Er nimmt sie mit ihren Bedürfnissen wahr. Gerade da Boas ein Verwandter der Familie war, er deshalb zu den Lösern gehörte und für Ruth zu sorgen hatte, fällt die gute Behandlung ins Gewicht. Statt sie nur mit dem Nötigsten zu versorgen, lässt er sie seine Zugewandtheit auch materiell spüren.
  • Ruth ist mutig: Sie traut sich, für diese Zeit denkbar unübliche Fragen zu stellen und ihr Gegenüber herauszufordern. Eine Eigenschaft, die manchmal an der „Ehre“ von Männern kratzt, aber prinzipiell viel Gutes birgt. Kein Mensch ist perfekt, deswegen ist eine offene Diskussions- und Kritikkultur von Nutzen, wenn es um ein Leben zu zweit geht.

Das Beispiel von Boas und Ruth zeigt uns sehr viel über Beziehung und Heirat: Wie werden wir als Menschen miteinander umgehen? Boas ehrt und dient Ruth, er sorgt sich um und für sie. Und er lässt es sich etwas kosten. Boas nimmt mit der Heirat die Verpflichtung auf sich, einen Sohn zu zeugen, der dann als Nachkomme von Ruths verstorbenem Mann gilt und den Besitz übernimmt. Boas‘ Familie hat keinen wirtschaftlichen Vorteil von der Heirat. Auch das ist Liebe. Eine Entscheidung für die andere Person, selbst wenn es für den Menschen selbst keinen offensichtlichen Vorteil hat.
Natürlich fühlte sich Boas zu Ruth hingezogen. Doch er konnte nicht sicher sagen, ob er Ruth tatsächlich einen Sohn schenken kann. Und er entscheidet sich für die Ungewissheit.
In meinem Leben und in meinen Beziehungen merke ich oft, wie sehr ich abwäge und vergleiche, ob sich eine Sache für mich lohnt oder nicht. Hier fühle ich mich von Boas ertappt, der sich auf ein noch viel größeres Risiko (wirtschaftlich wie sozial) einlässt und seiner Ruth ein unbedingtes „Ja“ gibt. „Egal was kommt, ich sorge für dich und lass‘ dich nicht los“.

Ich wünsche mir sehr, eine solche Person zu werden.

Die Quellen der Umfrageergebnisse:
de.statista.com/glaube-an-die-grosse-liebe
de.statista.com/umfrage-zum-beziehungsstatus


Verfasst: 16.05.2018, 17:55 Uhr

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